Hier geht’s um das Wort „trans“ in normaler Sprache: was es meint, was es nicht meint, und wie man im Alltag respektvoll miteinander umgeht. Ohne Prüfung, ohne Gatekeeping.
Trans (oder transgender) bedeutet, dass das eigene Geschlecht nicht mit dem übereinstimmt, was bei der Geburt eingetragen wurde. Das kann heissen: Eine Person wurde als „männlich“ eingetragen, lebt aber als Frau. Oder umgekehrt. Oder die Person bewegt sich irgendwo dazwischen. Wichtig ist: Es geht um Geschlechtsidentität, nicht um Sexualität.
Kurzform zum Merken: Trans beschreibt, wer du bist. Sexualität beschreibt, wen du liebst oder begehrst. Das sind zwei verschiedene Ebenen.
Viele Menschen benutzen „trans“ ganz selbstverständlich. Andere nutzen lieber genauere Begriffe oder verzichten komplett auf Labels. Beides ist okay. Sprache soll helfen, nicht festnageln.
Manche Menschen brauchen Zeit, um Worte für sich zu finden. Das kann von außen wie „Phase“ aussehen. Trotzdem ist es fairer, ernst zu nehmen, was jemand über sich sagt, statt zu bewerten. Identität ist kein Hobby, das man nach zwei Wochen wieder ablegt.
Nein. Medizinische Schritte sind individuell. Manche wollen Hormone, manche nicht. Manche wollen Operationen, manche nicht. Niemand schuldet dir eine Begründung, und niemand ist „weniger trans“, weil der Weg anders aussieht.
Gar nicht sicher. Und du musst es auch nicht. Wenn es relevant ist, sagt die Person es meistens selbst. Sonst gilt: so ansprechen, wie es die Person möchte, und nicht raten.
Ja, aber mit Fingerspitzengefühl. Manche Fragen sind privat. Eine gute Regel: Alles, was du bei Kolleg:innen nicht fragen würdest, frag bei trans Personen auch nicht. Körper, OPs, intime Details gehören selten in Smalltalk.
Wenn du unsicher bist, frag kurz nach Pronomen. Das kann ganz schlicht sein: „Welche Pronomen nutzt du?“ oder „Wie möchtest du angesprochen werden?“ Wenn du einen Fehler machst, korrigiere dich, entschuldige dich knapp und mach weiter. Lange Erklärungen wirken oft so, als müsste die andere Person dich trösten. Das ist meist nicht die Idee.
Respekt klingt nicht kompliziert. Er klingt nach: „Alles klar, danke dir.“
Du musst nicht alles wissen. Hilfreicher ist, gut zu reagieren, wenn etwas passiert. Wenn jemand einen blöden Spruch macht, reicht oft ein ruhiges „Lass das bitte“. Wenn Formulare nur „Herr/Frau“ kennen, frag nach, ob es eine neutrale Option gibt. Kleine Haken im Alltag sind oft das, was am meisten nervt.
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